Bava Kamma 182

Kapitel 182

א וקתני החובל בעצמו אע"פ שאינו רשאי פטור הכי קאמר ליה לא מבעיא בושת דאדם רשאי לבייש את עצמו אלא אפי' חבלה דאין אדם רשאי לחבל בעצמו אחרים שחבלו בו חייבין
1 und er lehrt, wer sich selbst verletzt, sei frei, obgleich er dies nicht darf!? – Er sprach zu ihm wie folgt: selbstverständlich ist dies von der Beschämung, da ein Mensch sich beschämen darf, aber dies gilt auch von einer Verletzung, obgleich man sich nicht selbst verletzen darf; wenn aber ein Fremder einen verletzt, so ist er schuldig. –
ב ואין אדם רשאי לחבל בעצמו והתניא יכול נשבע להרע בעצמו ולא הרע יהא פטור ת"ל (ויקרא ה, ד) להרע או להטיב מה הטבה רשות אף הרעה רשות אביא נשבע להרע בעצמו ולא הרע
2 Ist es denn verboten, sich selbst zu verletzen, es wird ja gelehrt: Man könnte glauben, wer geschworen hat, sich selber Böses zuzufügen, und es unterlassen hat, sei frei, so heißt es:<i>Böses oder Gutes zu tun,</i> wie das Gute freigestellt ist, ebenso auch das Böse, wenn es freigestellt ist; ich schließe den Fall ein, wenn jemand geschworen hat, sich selber Böses zuzufügen, und dies unterlassen hat!?
ג אמר שמואל באשב בתענית
3 Šemuél erwiderte: Im Fasten zu verweilen. –
ד דכוותה גבי הרעת אחרים להשיבם בתענית אחרים מי מותיב להו בתעניתא
4 Dementsprechend ist unter ‘anderen Böses zuzufügen’ zu verstehen, sie im Fasten verweilen lassen; wieso kann man andere im Fasten verweilen lassen!? –
ה אין דמהדק להו באנדרונא
5 Freilich, wenn er sie in einer Kammer einschließt. –
ו והתניא איזהו הרעת אחרים אכה פלוני ואפצע את מוחו
6 Es wird ja aber gelehrt: Was heißt: anderen Böses zufügen? ‘Ich will jenen schlagen, ihm das Gehirn spalten’!? –
ז אלא תנאי היא דאיכא למ"ד אין אדם רשאי לחבל בעצמו ואיכא מ"ד אדם רשאי לחבל בעצמו
7 Vielmehr, hierüber streiten Tannaím; einer ist der Ansicht, man dürfe sich selbst nicht verletzen, und einer ist der Ansicht, man dürfe sich selbst wohl verletzen. –
ח מאן תנא דשמעת ליה דאמר אין אדם רשאי לחבל בעצמו אילימא האי תנא הוא דתניא (בראשית ט, ה) ואך את דמכם לנפשותיכם אדרש ר' אלעזר אומר מיד נפשותיכם אדרש את דמכם
8 Wer ist der Autor, welcher sagt, man dürfe sich selbst nicht verletzen? Wollte man sagen, es sei der Autor der folgenden Lehre:<i>Euer eigenes Blut aber will ich rächen.</i> R. Elea͑zar erklärte: Ich werde euer Blut von euch selber fordern.
ט ודלמא קטלא שאני
9 Aber vielleicht ist es bei der Tötung anders. –
י אלא האי תנא הוא דתניא מקרעין על המת ולא מדרכי האמורי אמר רבי אלעזר שמעתי שהמקרע על המת יותר מדאי לוקה משום בל תשחית וכ"ש גופו
10 Vielmehr, es ist der Autor der folgenden Lehre: Man darf über einen Toten [das Gewand] zerreißen und dies gilt nicht als heidnische Sitte. R. Elea͑zar sagte: Ich hörte, wer über einen Toten [die Gewänder] mehr als nötig zerreißt, erhalte Geißelhiebe wegen des Verbotes des Zerstörens, und um so mehr gilt dies von [einer Schädigung des] Körpers. –
יא ודלמא בגדים שאני דפסידא דלא הדר הוא כי הא דרבי יוחנן קרי למאני מכבדותא ורב חסדא כד הוה מסגי ביני היזמי והגא מדלי להו למאניה אמר זה מעלה ארוכה וזה אינו מעלה ארוכה
11 Vielleicht verhält es sich bei Gewändern anders, weil der Verlust bleibend ist. So nannte R. Joḥanan seine Kleider ‘meine Würde’. Und wenn R. Ḥisda zwischen Dornen und Disteln ging, hob er seine Kleider hoch, indem er sprach: jene genesen, diese genesen nicht!? –
יב אלא האי תנא הוא דתניא אמר ר"א הקפר ברבי מה ת"ל (במדבר ו, יא) וכפר עליו מאשר חטא על הנפש וכי באיזה נפש חטא זה אלא שציער עצמו מן היין והלא דברים ק"ו ומה זה שלא ציער עצמו אלא מן היין נקרא חוטא המצער עצמו מכל דבר על אחת כמה וכמה:
12 Vielmehr, es ist der Autor der folgenden Lehre: R. Elea͑zar ha Qappar Berabbi sagte: Es heißt:<i>und schaffe ihm Sühne dafür, daß er sich an der Seele vergangen hat;</i> an wessen Seele hat er sich denn vergangen? Weil er sich dem Weingenusse entzogen hat. Nun ist [ein Schluß] vom Leichteren auf das Schwerere zu folgern: wenn dieser, der sich die Entziehung des Weingenusses auferlegt hat, Sünder heißt, um wieviel mehr derjenige, der sich die Entziehung jeglichen Genusses auferlegt.
יג הקוצץ נטיעותיו [וכו']: תני רבה בר בר חנה קמיה דרב שורי הרגת נטיעותי קצצת אתה אמרת לי להורגו אתה אמרת לי לקוצצו פטור א"ל א"כ לא שבקת חיי לברייתא כל כמיניה
13 W<small>ER SEINE EIGENEN</small> S<small>ETZLINGE ABHAUT</small> &amp;<small>C.</small> Rabba b. Bar Ḥana lehrte vor Rabh: [Sagt jemand zu einem:] du hast meinen Ochsen getötet, meine Setzlinge abgehauen, [und erwidert dieser:] du hast mich beauftragt, ihn zu töten, du hast mich beauftragt, sie abzuhauen, so ist er frei. Da sprach dieser zu ihm: Demnach gewährst du ja niemandem das Leben; er ist nicht glaubhaft.
יד א"ל איסמייה א"ל לא תתרגם מתניתך בשור העומד להריגה ובאילן העומד לקציצה
14 Jener fragte: Soll ich [diese Lehre] streichen? Dieser erwiderte: Nein, beziehe deine Lehre auf einen Fall, wenn der Ochs zur Tötung oder der Setzling zum Abhauen bestimmt war. –
טו אי הכי מאי קא טעין ליה דא"ל אנא בעינא למיעבד הא מצוה
15 Was verlangt ei demnach von ihm!? – Er kann zu ihm sagen: ich wollte selber dieses Gebot ausüben.
טז דתניא (ויקרא יז, יג) ושפך וכסה מי ששפך יכסה ומעשה באחד ששחט וקדם חבירו וכסה וחייבו ר"ג ליתן לו עשרה זהובים:
16 Es wird nämlich gelehrt:<i>So soll er ausschütten &amp;c. und zudecken,</i> wer es ausgeschüttet hat, soll es auch zudecken. Einst ereignete es sich, daß jemand geschlachtet hatte, und ein anderer kam ihm zuvor und deckte [das Blut] zu. Da verurteilte ihn R. Gamliél, an jenen zehn Goldstücke zu zahlen.
יז אמר רב דיקלא דטען קבא אסור למקצציה
17 Rabh sagte: Eine Dattelpalme, die einen Kab [Früchte] trägt, darf man nicht niederhauen.
יח מיתיבי כמה יהא בזית ולא יקצצו רובע שאני זיתים דחשיבי
18 Man wandte ein: Wieviel muß ein Olivenbaum tragen, um ihn nicht abhauen zu dürfen? Ein Viertel [Kab]!? – Anders verhält es sich bei Oliven, die wertvoll sind.
יט א"ר חנינא לא שכיב שיבחת ברי אלא דקץ תאינתא בלא זמנה אמר רבינא ואם היה מעולה בדמים מותר
19 R. Ḥanina sagte: Mein Sohn Šikḥath starb nur deshalb, weil er einen Feigenbaum vorzeitig gefällt hat. Rabina sagte: Wenn er aber einen bedeutenden Wert hat, so ist es erlaubt.
כ תניא נמי הכי (דברים כ, כ) רק עץ אשר תדע זה אילן מאכל כי לא עץ מאכל הוא זה אילן סרק
20 Ebenso wird gelehrt:<i>nur einen Baum, von dem du weißt,</i> darunter ist ein Baum mit eßbaren Früchten zu verstehen; <i>daß er keine eßbaren Früchte trägt,</i> darunter ist ein leerer Baum zu verstehen.
כא וכי מאחר שסופו לרבות כל דבר מה ת"ל כי לא עץ מאכל להקדים סרק למאכל
21 Wozu heißt es nun: <i>daß er keine eßbaren Früchte trägt,</i> wo doch später alles einbegriffen wird? Daß ein leerer einem Fruchtbaume voran gehe.